August 2015

Tomatenwochen

Zur Zeit macht es richtig Spaß in den Gewächshäusern und im Freiland zu arbeiten! Alles steht in voller Ernte. Auberginen, Buschbohnen, Stangenbohnen, Gurken, Kürbis, Zucchini, Kräuter, alle Sorten für den Mischsalat, Paprika, Melonen (leider gibt es zu wenig), Pepperoni, Dahlien, Rote Bete, Mangold - die Ernte beschäftigt uns jeden Tag.
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Juli 2015

Artikel SWP vom 09.07.2015 | CAROLIN STÜWE

Zuckermelone aus dem Donautal

Wann wird eine Schlangengurke krumm? Wenn sie beim Wachsen an der an Schnüren aufgebundenen Mutterpflanze etwa an einem Blattstiel hängen bleibt und dennoch weiterwächst.

Warum sieht man davon keine im Handel? "Weil der Kunde meist kerzengerade Gurken will und die Krummen gleich aussortiert werden", sagte Kerstin Gairing.

Die Juniorchefin führte kürzlich neun Gäste durch ihre Gärtnerei im Donautal an der B 311. Anlass war ein Termin der "Freizeit- und Naherholungsplattform" unterwegs-in-ulm.de der Lokalen Agenda Ulm. In dieser Reihe werden regelmäßig Ausflüge in die Natur oder Betriebsbesichtigungen angeboten wie zum Biomassekraftwerk.

Auch eine Art Biomasse, nämlich regionale Produkte wie Gurken, Bohnen und Tomaten aus dem Gewächshaus oder dem Freiland, die auf dem Ulmer Wochenmarkt verkauft werden, zeigte Kerstin Gairing. Und sie verriet ein paar Tipps für den Hobbygärtner: Tomatenstöcke dürfen nur am Fuß gegossen werden, denn Nässe auf dem Blatt kann sehr schnell zur Krautfäule führen. Beim Rhabarber - die Erntezeit ist vorbei - darf man jetzt nur die Blütenstände abschneiden, nicht die Blätter. Denn deren Reservestoffe zieht die Pflanze wie die Primel in die Wurzeln, um nächstes Jahr wieder austreiben zu können.

Kerstin Gairing, die den Betrieb in der fünften Generation führt, probiert immer wieder neue Kulturen aus: Sehr zufrieden ist sie über die Entwicklung der (noch grünen) Zuckermelonen. Im reifen Zustand sind sie außen gelb und innen orange. Und sie wachsen prächtig auf schwarzem Vlies. So ist die tropische Zuckermelone nun ein regionales Produkt - aus dem Donautal.

Kerstin Gairing legt Wert darauf, dass nur im Notfall chemische Insektenbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Viel nachhaltiger seien Nutzinsekten, die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge wie Schlupfwespen (gegen Weiße Fliege), Florfliegen (Blattläuse) und Raubmilben (Spinnmilben). Diese Nützlinge kann auch der Hobbygärtner im Handel oder online kaufen.

Zur Bestäubung wiederum werden im Tomatenhaus Hummelvölker einquartiert. Sie seien dem Gewächshaus treuer als die Bienen, die sich leicht durch ein Rapsfeld ablenken lassen und dann weg sind. Im August dürften die regionalen Tomaten reif sein - "wenn die meisten Kunden im Urlaub sind". Und wo bleiben die krummen Gurken? Die holt der Ulmer Tafelladen.

Juni 2015

Artikel SWP vom 19.05.2015 | EDWIN RUSCHITZKA

Ulm ist gut, aber isst Ulm auch gut?

Ulm ist natürlich gut. Werden wahrscheinlich alle Ulmer sagen. Ulm isst auch gut.

Diesbezüglich dürften die Meinungen eher auseinander gehen, denn für gutes Essen geben auch die Ulmer im Durchschnitt - wie der Rest der Republik - viel zu wenig Geld aus, statistisch lediglich elf Prozent des Einkommens. Aber: Mit "Ulm isst gut!" schlägt ein relativ junger Verein rührig die Werbetrommel für genussvolles Essen, produziert vor allem in der Region, also in Ulm und um Ulm herum. Am Sonntag gab's dazu einen Markt-Aktionstag im Ulmer Roxy und dazu auch noch eine Podiumsdiskussion.

Diskussionen leben davon, dass dort unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen, dass genussvoll gestritten wird. Diesbezüglich war die Veranstaltung schwierig, denn auf dem von Dana Hoffmann moderierten Sofa waren sich alle einig: Siggi Körner vom Slow Food Convivium Ulm; Jörg-Dieter Gairing von der gleichnamigen Ulmer Gärtnerei; Marian Schneider, gastronomischer Leiter des Lago; auch Dokumentarfilmer Valentin Thurn, der am Abend noch seinen Film "10 Milliarden Menschen - Wie werden wir alle satt?" zeigte. Einen schwereren Stand hatte allein Kirstin Höhlig aus Berlin vom Vegetarierbund Deutschland, denn der Rest der Runde verschmäht Fleisch keinesfalls. Im Gegenteil!

Unwidersprochene These eins: Das Essen ist zu billig! "Ein Schnitzel für 9,80 Euro im Lokal taugt nicht viel." Das sagt Lago-Gastrochef Schneider. Unwidersprochene These zwei: Es wird zuviel Essen weggeschmissen. 50 Prozent des Frühstücksbuffets wird auch im Lago nicht angetastet. Als Schneider aber das Angebot reduzierte, protestierten die Gäste. Also gibt's wieder die gleichen Mengen, denn König ist der Kunde. Unwidersprochene These drei: Die Menschen sind zu schleckig. Gärtnermeister Gairing jedenfalls hat mitunter Probleme, schief gewachsene Salatköpfe an den Mann oder die Frau zu bringen. Und eine Laus auf dem Salatblatt geht gar nicht. Für Dokumentarfilmer Thurn ist aber gerade das ein Gütesiegel. "Da war bestimmt keine Chemie dran."

So ging es fast zwei Stunden hin und her, unterhaltsam und informativ, aber auch nachdenklich stimmend. Ach ja: Die Menschen werden sich in Zukunft immer mehr von Insekten ernähren, sagt Thurn. Auch von Ameisen. Die stehen schon auf der Karte in einem Sterne-Restaurant in Berlin - und sie schmecken nach Limette. Na dann: Guten Appetit!

EDWIN RUSCHITZKA | 19.05.2015
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