Juli 2011

Ein selten gewordenes Sommerobst: Ringlotten

Ringlotten oder Reineclauden sind ein Rosengewächs und verwandt mit der Zwetschge. Ihren Namen bekamen die Ringlotten von einer im 16. Jahrhundert lebenden französischen Königin Claudia, auf französisch Reine Claude. Diese Früchte gibt es nur eine kurze Zeit: von Mitte bis Ende August. Sie müssen zügig geerntet und zügig verarbeitet werden. Zum Beispiel zu Marmelade oder Kompott. Man kann sie auch einfrieren. Oder den fertig gebackenen Ringlottenkuchen einfrieren. Ihr Geschmack ist süß-fruchtig und einfach besonders, da es sie immer seltener gibt. Letztes Jahr gab es zum Beispiel keine einzige auf dem Markt zu kaufen!

Beerenzeit

Vor den Beeren noch ein paar Worte zu EHEC: Eigentlich hatte ich mir den Junibericht etwas anders vorgestellt, aber angesichts der EHEC-Geschichte sind ein paar Dinge zu klären: Die Verwaltungen mahnen immer noch zur Vorsicht beim Genuß von rohen Salaten und Gemüse. Andererseits wurde der Erreger nicht defenitiv an Gemüse festgestellt. Es ist auch festzuhalten, dass der moderne (Stadt-)Mensch, der nicht unmittelbar die Erzeugung unserer wichtigsten Nahrungsmittel kennt, von besonderen Ängsten geplagt wird. Aber die Produzenten sind auf ihre Kunden, den Verbraucher täglich angewiesen. Die Gemüsegärtner, die zur Zeit (1. Juni) täglich fast ihre ganze Produktion wegschmeißen müssen, verstehen die Welt nicht mehr. An viele Mitmenschen bringt man täglich leichter eine ganze Schachtel Zigaretten, als einen Teller frischen Blattsalat, der nichts von seinem Gesundheitsgehalt eingebüßt hat.
Laut einem Bericht der Bundesfachgruppe Gemüsebau wurden bis zum 31. Mai 2011 von 22 Gartenbauprodukten inkl. Erdbeeren und Spargel 223 Proben auf Verkeimung durch EHEC-Erreger untersucht, davon 197 aus Deutschland und 26 aus Spanien: alle negativ!
Es sei noch einmal darauf hingewiesen: Hände vor dem Zubereiten waschen, alle Frisch-Nahrungsmittel sorgfältig waschen, Küchenarbeitsgeräte säubern.

Und nun zu Erfreulichem: Der Juni ist DER Beerenmonat! Aufgrund des sonnigen und heißen Aprils gibt es schon seit ungefähr 6 Wochen deutsche Erdbeeren. Es folgen Stachelbeeren, Johannisbeeren und bald Himbeeren und Heidelbeeren. Vielleicht erwischen Sie auch ein paar Josta. Diese Kreuzung aus schwarzen Johannisbeeren und Stachelbeeren hat einen besonderen, süßen Geschmack und beinhaltet sehr viel Vitamin C. Freuen Sie sich jetzt auch an den ersten sehr guten Nektarinen, Aprikosen und Kirschen. Der Marktkunde kann wieder aus dem Vollen schöpfen!

Mai 2011

Mairübchen

Passend zum Mai stelle ich ein schon in der Antike bekanntes, fast vergessenes, in den letzten Jahren wieder aufkommendes Wurzelgemüse vor: die Mairübchen, auch Navets, Nevetten, genannt. Sie sind stark verwandt mit den Teltower Rübchen und den Herbstrüben, wobei Teltower Rübchen noch feiner im Geschmack sind und Herbstrüben intensiver. Ihr Geschmack liegt zwischen Radieschen und Kohlrabi und kann genauso verwendet werden: entweder roh als Salat oder Rohkost oder gegart / gekocht als Gemüse. Wobei die Mairübchen noch einen Pluspunkt haben: die Blätter sind schmackhaft und können wie Spinat verwendet werden oder, wie bei Kohlrabi, später den gedünsteten Würfeln oder Scheiben zugegeben werden. In manchen Gegenden Deutschlands wird das Grün häufig verwendet und unter dem Namen 'Stielmus' wie Spinat gegessen.

 

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März 2011

Ein Frühjahrsblüher stellt sich vor

Viola x wittrockiana, das (Garten-) Stiefmütterchen gehört zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae), das aus unzähligen Kreuzungen und Züchtungen entstanden ist. Das auffallendste Merkmal sind die 5 Blütenblätter, die sich gegenseitig bedecken. Daher auch der Name: das untere Blütenblatt, das Kronblatt, bedeckt teilweise die seitlichen Blütenblätter, die ‚Töchter’, die wiederum die beiden obersten Blütenblätter, die ‚Stieftöchter’, bedecken.

Die Blüte erscheint ab März bis in den Sommer hinein, wenn die Pflanzen nicht vorher abgeräumt werden. Oft werden die Stiefmütterchen lang und ‚gaukelig’, wenn sie zu sehr im Schatten stehen, bzw. wenn es zu heiß wird.

In der Pflege sind Stiefmütterchen nicht sehr anspruchsvoll: sie haben einen geringen Wasser- und Nährstoffverbrauch. Der Standort sollte vollsonnig bis halbschattig sein. Einzig verblühte Blüten sollten konsequent ausgeputzt werden, damit die Blühdauer lange anhält.

Die kleinblütige wunderhübsche Verwandte des Stiefmütterchens, das Hornveilchen (Viola cornuta), kann das ganze Jahr über blühen und hält es auch an einem schattigeren Standort aus. Beide Arten sind frosthart und können sich selber aussäen. Die Vermehrung erfolgt über Teilung oder Aussaat. Doch bei der Aussaat erfolgt die Blüte erst im 2. Jahr (2-jährige Pflanzen).

Bei uns heimisch ist Viola canina (Hundsveilchen) in Wald und Wiese. Viola arvensis und Viola tricolor sind Ackerwildkräuter mit deutlich kleineren Blüten als die gezüchteten Balkon- und Beetstiefmütterchen.

Alle Arten enthalten Salicin, das in der Medizin als Schmerzmittel verwendet wird (Acetylsalicilsäure). Für die Medizin wird es aber meistens aus Weiden (Salix) gewonnen.

Hornveilchen sind für uns ganz besonders hübsche, pflegeleichte Zierpflanzen für Balkon, Schalen, Beet und Grab. Entweder als Solokünstler oder im Zusammenspiel mit anderen Frühjahrsblühern, wie Vergissmeinnicht, Goldlack, Gefüllten Gänseblümchen, Mini-Narzissen, Topftulpen und vieles mehr.

Februar 2011

Ein Jahresrückblick.

Seit über einem Jahr führe ich inzwischen den Gartenbaubetrieb, den ich von meinen Eltern übernommen habe. Erfreulicherweise ist der Übergang von unserer Seite aus fast nahtlos geglückt, auch weil meine Eltern nach wie vor mit arbeiten und mir immer mit Rat und Tat zur Seite stehen!

In der Gärtnerei haben wir in den letzten 12 Monaten die automatische Bewässerungsanlage teilweise erneuert und optimiert, der Maschinenpark wurde aufgestockt. Durch ein neues Aufbindesystem hatten wir im Jahr 2010 wohl „das qualitativ beste Paprikasortimentsangebot der letzten 30 Jahre“ (O-Ton meines Papas Jörg-Dieter Gairing). Beim Pflanzenschutz haben wir, vor allem unter Mitarbeit unserer Gärtnerin Frau Jorritsma, den Nützlingseinsatz verdreifacht, um Ihnen nach unserem Kenntnisstand und Können das Beste anzubieten. Trotz eines wetterbedingt sehr schwierigen Jahres für unsere gärtnerischen Kulturen, waren wir mit der Ernte im großen und ganzen zufrieden. Die langjährig gute Zusammenarbeit mit den Lieferanten meiner Eltern habe ich weiter ausgebaut.

Eine gute Eigenproduktion, verbunden mit sehr guten Lieferanten aus der Region, aber auch von der Insel Reichenau, aus badischen Anbaugebieten und aus der Pfalz sind die Garanten für ein qualitatives Spitzenangebot.

Auf dem Wochenmarkt wurde unter anderem das Verbundwaagensystem erweitert. Und wir fanden vor allem weitere freundliche Mitarbeiterinnen, die wir einstellen konnten. Seit Mitte Mai 2010 verkaufen wir auf unserem neuen Wochenmarkt-Standplatz auf dem Münsterplatz. Die Gründe für einen Wechsel waren die jetzt absonnige Lage und ein vom Münsterturm weiter entfernter Platz, an dem wir den „Kathedralwinden“ (Stürmen!) nicht mehr so ausgesetzt sind. Der Wechsel hat sich in diesen zwei Punkten schon bald als sehr positiv herausgestellt.

Es kommt während der Kern-Einkaufszeiten an unserem Stand hin und wieder zu Wartezeiten. Probieren Sie doch einmal einen Einkauf am Freitag in unserer Gärtnerei von 8 bis 17 Uhr mit dem gleichen Sortiment wie auf dem Münsterplatz und Parkmöglichkeiten direkt am Stand. Zusätzlich haben Sie hier von 10 bis 14 Uhr die Möglichkeit Eier und Geflügelprodukte von Familie Kaiser aus Öllingen einzukaufen. Besonders am Freitagnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr gewährt Ihnen unser Stand Zeit für entspanntes Einkaufen.

Über Aktuelles halten Sie auf dem Laufenden:

www.gaertnereigairing.de

www.gefluegel-kaiser.com

www.ulmer-wochenmarkt.de

Ihre Kerstin Gairing, Gärtnermeisterin

Januar 2011

Neues Interessantes.

Unter 'Über uns' finden Sie jetzt einen neuen Text zur Geschichte unserer Gärtnerei. Viel Spaß beim Lesen!

> Lesen

Dezember 2010

Fröhliche Weihnachten

Allen unseren Kunden und Besuchern unserer Homepage wünschen wir ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest.

Am Ende eines Jahres ist die Zeit, um inne zu halten und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Wir blicken zufrieden auf ein gutes Jahr 2010 zurück und danken unseren Kunden für Ihre Treue zu unserem Betrieb.

Wir freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen im Jahr 2011 und wünschen Ihnen Allen ein gutes Neues Jahr.

Ihre Familie Gairing mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

 

Oktober 2010

Schwäbische Linsen.

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und die Erntemengen bei den Sommergemüsen werden geringer. Dafür ist jetzt wieder Zeit für Linsen (mit Spätzle!). Zwar werden Linsen immer öfter auch im Sommer gegessen, z. B. als Linsensalat, aber es ist doch eine Frucht  für den Winter.  Alb-Leisa aus Lauterach als Bioware und Champagner-Linsen aus Meidelstetten aus integriertem Anbau können Sie ab jetzt wieder bei uns bekommen.

Der Linsenanbau ist sehr mühsam und arbeitsaufwendig. Da die Linsenpflanze sehr schwach wächst, braucht sie eine Stützfrucht, z. B. Getreide oder Erbsen. Deren Früchte müssen dann wieder beim Reinigungsvorgang entfernt werden. Die diesjährigen Wetterextremen haben den Linsenanbauern viele Schwierigkeiten bereitet: ein trockener April, Nässe und Kälte im Mai und Juni haben die Linsenpflanzen sehr gestresst. Während der Ernteperiode im August war es wieder sehr nass. Deshalb sind die Produzenten dieses Jahr mit einer mittleren Erntemenge zufrieden!

Zur weiteren Info: www.alb-leisa.de

September 2010

Gemüsebesonderheiten Sommer 2010

Auch in diesem Sommer haben wir wieder viele Sorten für uns und Sie ausprobiert.

Besonders zufrieden sind wir mit den Mini-Auberginen 'Orlando'.

Zu den grünen und gelben Zucchini bieten wir 'Patissons' an. Auch zur Familie der Kürbisgewächse zählend werden diese wie Zucchini jung geerntet und auch so verwendet. Also mit Schale. Patissons im Ganzen sehen toll aus und können so z.B. zum Füllen verwendet werden.

In die Tomatengemeinschaft 2010 in der Gärtnerei Gairing sind dieses Jahr zwei historische Sorten mit aufgenommen worden: 'Rose de Bern' und 'Crimée de Noire'. Beide Sorten zeichnen das weiche Fruchtfleisch, die dünne Schale und der unvergleichlich gute Geschmack aus. Leider sind sie sowohl in der Kultur, als auch beim Transport sehr empfindlich, weswegen sie ja auch fast nicht mehr angebaut und angeboten werden. Auch wir haben die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten schlecht in den Griff bekommen. Deshalb werden diese Sorten ihren Weg wohl nicht ins Standardsortiment finden.

So langsam färben sie sich: unsere Pfefferoni. Mindestens 10 Sorten haben wir gepflanzt, um die besten raus zu filtern. Unter anderem 'Jalapenos' und 'Habaneros' (eine der schärfsten Arten der Welt).

Juli 2010

Die Tomatenernte hat begonnen.

Endlich ist es soweit, und wir können die ersten eigenen Tomaten aus den Gewächshäusern ernten. Die Menge ist zwar noch nicht riesig, aber wir können unsere Cherry-Tomaten-Mischung, normalfrüchtige Tomaten, die süß schmeckende kleine Sorte 'Florino' und dieses Jahr ganz leckere Fleischtomaten anbieten.

Zu den Tomaten gibt es eine nette Geschichte: 'Anfang des 19. Jh. hatte die Tomate überall in Kontinentaleuropa die Küchen erobert. Nur in England und den USA hielt man Lycopersicon, den Wolfspfirsich, noch für hochgiftig. Colonel Robert Gibbon Johnson (1771-1850), ein weit gereister Jurist aus New Jersey, hatte in Süditalien schon reichlich Tomatensalate und Tomatensaucen ohne böse Folgen genossen. Um auch zu Hause in Salem County die Farmer für den Tomatenanbau zu gewinnen, schritt er am 26. September 1820 zur Tat: Trotz eindringlicher Warnungen seines Arztes verzehrte er auf den Stufen des Bezirksgerichtes vor einem schreckensstarren Publikum von 2000 Sensationshungrigen einen ganzen Korb Tomaten. Die Zeitungen berichteten von der Heldentat. Es war der Tomatendurchbruch!' (aus Brockhaus-Kalender - Was so nicht im Lexikon steht 2007)

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